FAQ – Antworten auf Fragen zum Verkehrsversuch Niederkassel-Nord

FAQ – Antworten auf Fragen zum Verkehrsversuch Niederkassel-Nord

In unserem FAQ finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Verkehrsversuch Niederkassel–Nord.

1) Wie kam es zum dem Verkehrsversuch?

Die Verkehrsführung, die im Verkehrsversuch getestet wird, ist Bestandteil des Verkehrskonzeptes Niederkassel-Nord. Der Planungs- und Verkehrsausschuss beauftragte die Verwaltung nach Antrag der CDU-Fraktion am 12.09.2024 mit der Erprobung der in dem Konzept erarbeiteten Verkehrsführung.

Ein Verkehrsversuch ist eine zeitlich begrenzte Änderung im Straßenverkehr, mit der getestet wird, ob eine neue Verkehrsregelung funktioniert. Ziel ist es herauszufinden, ob die geplanten Maßnahmen das angestrebte Ergebnis erreichen, bevor dauerhafte bauliche und gestalterische Maßnahmen umgesetzt werden. Während des Versuchs wird das Verkehrsgeschehen beobachtet und Erfahrungen und Rückmeldungen der Anwohnenden und Verkehrsteilnehmenden gesammelt. Auch kann die Verkehrsführung im Laufe des Versuchs ggf. kurzfristig optimiert werden.

Der Versuch dient der Erprobung der Maßnahmen aus dem Verkehrskonzept Niederkassel-Nord, die zur Verbesserung der verkehrlichen Situation und Steigerung der Verkehrssicherheit in Ranzel entwickelt wurden.

Ziele sind

  • eine Verlagerung der Durchgangsverkehre aus dem Gebiet heraus
  • eine Beruhigung des Verkehrs
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit
  • die Möglichkeit, Flächen für den Ausbau von Gehwegen in ausreichendem Umfang zu erhalten.

Gründe für den Verkehrsversuch sind insbesondere, der hohe Durchgangsverkehr durch Ranzel von bis zu 60% des Gesamtverkehrsaufkommens, obwohl die Möglichkeit besteht, die Umgehungsstraßen zu nutzen. Ein Großteil des Durchgangsverkehrs wird dabei über den Knotenpunkt Berliner Straße/Porzer Straße/Wahner Straße abgewickelt, bei dem es sich um einen konfliktreichen und unübersichtlichen Kreuzungsbereich und eine Unfallhäufungsstelle handelt.  Des Weiteren kommt es in den Spitzenstunden zu Rückstau in der Wahner Straße, sodass der Verkehr in die Schulstraße verlagert wird. In der Schulstraße ist der Begegnungsverkehr aufgrund von ruhendem Verkehr jedoch nur eingeschränkt möglich.

Der Verkehrsversuch endet nach sechs Monaten Ende Oktober 2026.

Anregungen und Eingaben, welche die Verwaltung über die offiziellen Kanäle erreichen, werden zur Bewertung der Maßnahmen des Versuchs herangezogen. Zudem werden- wenn notwendig und sinnvoll– Anpassungen vorgenommen.

Die ersten Rückmeldungen aus der Bevölkerung spiegeln ein differenziertes Bild wider: Während einige Verkehrsteilnehmende die neue Verkehrsführung zunächst schwer nachzuvollziehen konnte und Kritik an der Eindeutigkeit der Beschilderung geäußert wurde, gibt es andererseits vermehrt die Rückmeldung v.a. von Anwohnenden der betroffenen Straßen, dass sich das Verkehrsgeschehen deutlich beruhigt hat.

Es wird deutlich, dass die Gewöhnung an die neue Verkehrsführung noch nicht abgeschlossen ist. Zudem gibt es einige Personen, die die Regelung bewusst ignorieren und die Einbahnstraßen in Gegenrichtung befahren.

Aufgrund der Rückmeldungen und Anregungen wurden bereits Anpassungen vorgenommen.

Durch das Einbahnstraßensystem in der gewählten Führung soll der Durchgangsverkehr am Knotenpunkt Berliner Straße/Porzer Straße/Wahner Straße verringert und der Verkehr auf die Umgehungsstraßen geleitet werden. Zudem wird der o.g. Knotenpunkt entlastet und übersichtlicher. Auch ist die eingeschränkte Sicht aus der Wahner Straße nach links auf die Porzer Straße bei dieser Führung nicht mehr relevant.

In den Hauptverkehrszeiten fließt der Verkehr morgens hauptsächlich durch die Wahner Straße und zurück durch die Schulstraße, sodass die Schule zu den morgendlichen Bringzeiten möglichst wenig belastet ist.

Der Verkehrsversuch basiert auf dem durch ein Verkehrsplanungsbüro erstellten Verkehrskonzept Niederkassel-Nord und dem darauf erfolgten Beschluss des zuständigen Verkehrsausschusses des Stadtrates.

In der Markusstraße dürfen Radfahrende entgegen der Einbahnstraße fahren. Aufgrund der Platzverhältnisse und der umfangreichen Umstellung für die Verkehrsteilnehmenden, wurde auf die Freigabe der anderen Einbahnstraßen bislang verzichtet. Langfristig ist dies aber denkbar, sobald sich die Maßnahme etabliert hat. Im Falle der dauerhaften Umsetzung der Verkehrsführung ist die Freigabe angestrebt.

Mit einer Einbahnstraßenverkehrsführung leidlich in der Wahner Straße und der Schulstraße kann der Durchgangsverkehr zwar reduziert werden, aber weniger stark als mit dem derzeitigen Einbahnstraßensystem.  Durch eine Signalisierung des Knotenpunkts Berliner Straße/Porzer Straße/Wahner Straße könnte der Verkehrsablauf am Knotenpunkt geordnet und übersichtlicher werden. Weitere Vorteile der Einbahnstraßenlösung, wie der Wegfall des Einbiegens aus der Wahner Straße oder Rückstaus würden durch diese Lösung auch entstehen. Dagegen können in diesem Szenario lediglich die Gehwegbreiten in der Wahner Straße und in der Schulstraße erhöht werden. Im Bereich der Berliner Straße, Porzer Straße und Markusstraße ist keine Veränderungen der Querschnittsaufteilung möglich.

Da der Versuch temporär ist, werden bauliche Maßnahmen erst umgesetzt, wenn der Versuch gezeigt hat, dass mit den Maßnahmen die angestrebte Wirkung erzielt wird.

Bereits während des Verkehrsversuchs werden die gesammelten Daten, Beobachtungen, Eingaben etc. ausgewertet und mit den vor dem Versuch erhobenen Daten verglichen. Stellt sich heraus, dass die Maßnahmen zu einer Verbesserung der verkehrlichen Situation führen, werden die Maßnahmen verstetigt. Kann nach sechs Monaten keine Verbesserung der Situation nachgewiesen werden, wird der Versuch beendet und die Maßnahmen bzw. Teile davon nicht umgesetzt.

Ihre Vorschläge und Ideen können Sie über die E-Mail-Adresse verkehrsversuch-ranzel@niederkassel.de der Stadtverwaltung zukommen lassen. Die Eingaben werden gesammelt, dokumentiert, geprüft und fließen in die Auswertung des Versuchs mit ein.