Niederkassel-Rheidt. Eigentlich sollte die neue Drehleiter der Löscheinheit Rheidt erst im
kommenden Jahr ausgeliefert werden. Stattdessen stand sie bereits Mitte April einsatzbereit vor
dem Gerätehaus – rund ein Jahr früher als geplant. Vier Monate später wurde sie nun feierlich
eingesegnet. Zu der internen Veranstaltung hatte die Löscheinheit Rheidt alle Löscheinheiten
der Stadt sowie Angehörige der Einsatzkräfte eingeladen.
Das Fahrzeug, eine Drehleiter mit Korb (DLK 23/12) aus dem Hause Magirus, hatte eine
Lieferzeit von knapp zwei Jahren – für ein solches Spezialfahrzeug ausgesprochen schnell.
Rund 1,1 Millionen Euro hat die Stadt investiert. Ein Teil der Ausrüstung wurde von der
bisherigen Drehleiter übernommen, vieles wurde aber neu beschafft.
Dass Rheidt und Lülsdorf nun über baugleiche Drehleitern mit identischem Einsatzspektrum und
identischer Beladung verfügen, hat einen praktischen Nebeneffekt: Alle Maschinistinnen und
Maschinisten können künftig beide Fahrzeuge bedienen, Einweisungen entfallen doppelt.
Die bisherige Drehleiter der Löscheinheit Rheidt stammt aus dem Jahr 1998 und ist damit fast
30 Jahre alt. Sie wird nun verkauft.
„Neue Fahrzeuge sind ein Meilenstein für den Schutz unserer Stadt. Eine leistungsfähige
Drehleiter ist oft das entscheidende Glied in der Rettungskette“, sagte Stadtbrandinspektor H. E.
Verwey, Leiter der Feuerwehr Niederkassel, bei der Feier. Die Einsegnung selbst nahmen der
katholische Diakon Marc Weichhaus und der evangelische Pfarrer Dr. Christoph Eidmann
gemeinsam vor. Der Bürgermeister konnte nicht teilnehmen. Vor Ort waren jedoch
Beigeordneter Carsten Waldbröhl sowie die beiden stellvertretenden Bürgermeister Friedemann
Immer und Barbara Lülsdorf.
Dass die Investition trotz angespannter Haushaltslage richtig war, machte Verwey deutlich: Die
alte Drehleiter war wartungsintensiv geworden, das neue Fahrzeug bringt aktuelle
Sicherheitstechnik mit. Damit sie richtig genutzt wird, braucht es eine gut ausgebildete
Mannschaft. Auch deshalb bleibt die Ausbildung ein zentrales Thema.
„Wir bekommen hier Zukunft und Sicherheit hingestellt“, sagte Einheitsführer Dr. Christopher
Hauk. Wie dringend gebraucht das neue Fahrzeug ist, zeigt ein Blick auf die Einsatzzahlen:
Allein in diesem Jahr ist die Löscheinheit Rheidt bereits zu über 100 Einsätzen ausgerückt. Der
stellvertretende Löscheinheitsführer Christian Weißkirchen bedankte sich bei dieser Gelegenheit
bei allen eingesetzten Kräften und deren Familien für ihre Unterstützung.
Zur Technik nur so viel: Die Drehleiter erreicht eine Arbeitshöhe von 32 Metern und ist mit einem
Rettungskorb für bis zu fünf Personen ausgestattet. Der vordere Teil des Leiterparks ist als
Gelenkarm ausgeführt und lässt sich dadurch deutlich flexibler einsetzen als bei einer
klassischen Drehleiter, etwa um Hindernisse zu umfahren oder enge Innenhöfe zu erreichen.
Ein modernes Steuerungssystem unterstützt die Maschinistinnen und Maschinisten zusätzlich
dabei, Korb und Leiter sicher und präzise zu bewegen.
Wie alle Einsatzkräfte der Feuerwehr Niederkassel sind auch die Mitglieder der Löscheinheit
Rheidt ehrenamtlich im Dienst – neben Beruf, Familie und Alltag.