Giftige Pflanzen im Rheidter Werth und entlang des Rheins
Giftige Pflanzen

Giftige Pflanzen im Rheidter Werth und entlang des Rheins

Aufgrund mehrerer Hinweise aus der Bürgerschaft und der derzeitigen Jahreszeit möchte die Stadtverwaltung auf problematische Pflanzen aufmerksam machen und die Bevölkerung informieren. Die Natur ist sehr vielfältig und hat verschiedenste Mechanismen und Taktiken entwickelt, um sich vor Fressfeinden zu schützen und somit ihr Überleben zu sichern. Bei einigen Pflanzenarten erfolgte dies durch das Produzieren von Giftstoffen, die je nach Art und Konzentration auch für Menschen und Haustiere gefährlich sein können. Dennoch sind sie Teil der natürlichen Umwelt und dürfen deswegen nicht ausgerottet werden, sondern erfordern nur besondere Vorsichtig und Aufmerksamkeit. Darum möchte die Stadtverwaltung zwei Arten besonders hervorheben und zur Vorsicht mahnen, sich diesen Pflanzen nicht unnötig zu nähern oder zu berühren. Die Stadtverwaltung bemüht sich um die Kontrolle und Eindämmung dieser Arten im öffentlichen Raum.


1. Riesen-Bärenklau oder Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum)


Der Riesen-Bärenklau ist eine krautige Pflanze, die bis zu 4-5 m hoch werden kann, dessen Stängel oft zottig behaart und die Blätter sehr groß und eingeschnitten sind (siehe dazu Bild 1). Er kann schnell mit seinem kleineren Verwandten, dem Wiesen-Bärenklau, verwechselt werden, welcher kleiner (0,3-1,5 m) und ungiftig ist. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und verbreitet sich in Europa auf invasive Art, d.h. dass er sich sehr stark und schnell ausbreitet und dabei oft heimische Pflanzen verdrängt.
Wichtig ist: der Riesen-Bärenklau ist stark giftig! Sein Saft enthält sog. Furoumarine, ein Pflanzenstoff, der bei Sonneneinstrahlung eine chemische Reaktion auslöst, die sich durch UV-Strahlung weiter verstärkt. Diese Reaktion führt bei Berührung zu schweren Hautverbrennungen (vergleichbar mit Verbrennungen zweiten Grades), welche oft recht langsam heilen. Sollte es zu einer Berührung mit der Pflanze kommen, empfiehlt es sich die betroffene Stelle schnellstmöglich gründlich zu waschen und vor weiterer Sonneneinstrahlung zu schützen. Wenn die Reaktionen stärker auftreten und sich nach dem Waschen nicht bessern, sollte ärztlicher Rat aufgesucht werden.

2. Gefleckter Schierling (Conium maculatum)


Der Gefleckte Schierling ist eine heimische Pflanzenart, die ebenfalls stark giftig ist und durch Berührung Reizungen der Haut auslöst (Bild 2). Die typischen Erkennungsmerkmale der zweijährigen Pflanze sind die weißen Blüten (Blütezeit von Juni – August), eine Wuchshöhe von 1-2 m, die namensgebenden roten Flecke am Stängel und der intensive Geruch (beißend, ammoniakartig, faulig und unangenehmer Tiergeruch), welcher als Haupterkennungsmerkmal dient.

Die Pflanze sollte weder berührt noch verzehrt werden, denn dies führt zu starken Reizungen oder kann bei Verzehr von bereits kleinen Mengen sogar zum Tod führen. Dabei kann der Schierling mit ähnlich aussehenden, essbaren Pflanzen verwechselt werden, wie z.B. Petersilie oder Wiesenkerbel. Diese beiden Pflanzen haben aber nicht den charakteristischen, unangenehmen und beißenden Geruch.
Bei Verdacht von einer Vergiftung durch den Gefleckten Schierling sollte schnellstmöglich der Notruf oder Giftnotruf kontaktiert werden. Kein Erbrechen erzwingen, keine Hausmittel verwenden oder Selbstbehandlung anwenden!

Wenn Sie unsicher sind, ob es der Gefleckte Schierling sein könnte, halten Sie Kinder und Haustiere fern und berühren Sie die Pflanze unter keinen Umständen ohne Handschuhe.

Was tut die Stadt Niederkassel?
Die Stadt prüft im ganzen Stadtgebiet Grünanlagen und -flächen auf Befall und lässt gefundene Pflanzen in kritischen Bereichen fachmännisch entfernen. Die Stadt bittet alle Bürgerinnen und Bürger, gesichtete Pflanzen im öffentlichen Raum umgehend bei der Stadtverwaltung zu melden.
umweltamt@niederkassel.de ; 02208/9466-813

Was können Sie selbst tun?
Jede/r Gartenbesitzer/in sollte regelmäßig die eigenen Grünflächen kontrollieren. Bei gefunden Pflanzen ist es wichtig, diese schnellstmöglich von Fachleuten entfernen zu lassen, um Risiken zu minimieren.

Weitere Neuigkeiten