Aktuell noch als zwingender Reservepuffer vorgehalten
Seit 2022 wird die Dreifachsporthalle in Mondorf durchgängig als provisorische Notunterkunft zur Unterbringung geflüchteter Menschen genutzt. Seit vielen Monaten und Jahren arbeitet die Stadtverwaltung aktiv daran, die Notunterkunft in der Dreifachhalle Mondorf zu schließen. Auch der Stadtrat der vergangenen Wahlperiode hat immer wieder auf eine zügige Schließung der Halle gedrängt. Aufgrund einer kontinuierlich leicht rückläufigen Zahl der Zuweisung von Geflüchteten und nach intensiver Vorarbeit konnte die Dreifachhalle nun freigezogen werden.
Bisher scheiterten die Bemühungen an der Unterbringungssituation in den übrigen städtischen Flüchtlingsunterkünften. Das Freiziehen der Dreifachhalle wäre nur dann möglich gewesen, wenn wirklich alle in der Halle lebenden Menschen auf andere Unterkünfte hätten verteilt werden können. „So lange dies nicht der Fall war, konnte der – aufgrund von baurechtlichen Vorgaben – zwingend notwendige Sicherheitsdienst nicht gekündigt werden und man hätte am Ende nichts gewonnen – sondern nur eine Verdichtung in anderen Einrichtungen erzielt, ohne Einsparungen beim Sicherheitsdienst“, so Beigeordneter Walbröhl.
Die Zahl der in der Halle lebenden Menschen ist aktuell auf rund 20 Personen gesunken. Für diese begrenzte Zahl an Menschen ist es nun möglich eine alternative Unterbringung zu organisieren. Hierzu wurden, soweit sozial verträglich, Verdichtungen in anderen Unterkünften durchgeführt. Der Sicherheitsdienst wurde gekündigt und die Halle freigezogen.
Insbesondere war und ist auch weiterhin darauf zu achten, dass ausreichend Plätze für alleinreisende und besonders schutzbedürftige Frauen, Mütter mit Kindern und Familien vorgehalten werden. Bedingt durch den kurzfristigen Wegzug von Flüchtlingen Anfang Juni kann nun ein gesamtes Haus freigezogen werden. Durch sich anschließende Umsetzung schafft dies nun die notwendigen Vorhaltekapazitäten. Hierdurch kann nun nach monatelanger Vorarbeit, die Halle in Mondorf leergezogen werden. „In der Gesamtbetrachtung führt dies dazu, dass wir nun, wenn auch sehr wenige, Vorhalteplätze für weitere Zuweisungen haben.“ Das Vorgehen, die Halle freizuziehen sei, so Beigeordneter Walbröhl, nun zwar kurzfristig umsetzbar, aber dennoch nicht ganz risikofrei. „Wir werden die Halle daher noch einige Zeit als eingerichtete, aber geschlossene Notunterkunft vorhalten“ so Walbröhl. Wie es danach weitergeht, werden die Untersuchungen insbesondere zum Zustand des Hallenbodens, der während der gesamten Dauer mit OSB-Platten abgedeckt war, zeigen.
Erschwert wurde und wird die Situation aber weiterhin auch dadurch, dass bis zur Inbetriebnahme der ZUE weiterhin Zuweisungen erfolgen. Von einer Inbetriebnahme der ZUE ist aktuell frühestens im Winter 27/28 auszugehen. Mit Inbetriebnahme der ZUE wird es – nach heutigem Stand, wenn es nicht wieder zu einer Steigerung der Flüchtlingszahlen kommt – zu einem Rückgang der Flüchtlinge in Verantwortung der Stadt Niederkassel kommen. Dies wird den städtischen Haushalt entlasten und die Integrationsmöglichkeiten für die dann geringere Zahl an Personen verbessern.