Die aktuell getestete Verkehrsführung in Ranzel ist Bestandteil des Verkehrskonzeptes Niederkassel-Nord und wurde durch den Planungs- und Verkehrsausschuss am 12.09.2024 als Verkehrsversuch beschlossen. Ziel des zunächst auf sechs Monate angelegten Versuchs ist es, die Auswirkungen der neuen Verkehrsführung unter realen Bedingungen zu testen, Erfahrungen zu sammeln und anschließend auf Grundlage objektiver Daten zu bewerten.
Die Änderungen sind ausdrücklich als Versuch konzipiert, um bewerten zu können, ob die angestrebte Wirkung erzielt werden kann und um mögliche Herausforderungen und Anpassungsbedarfe erkennen zu können.
Die Maßnahmen wurden ausgehend von der fachlichen Analyse der Verkehrssituation und umfangreicher Verkehrszählungen entwickelt.
Gründe für den Verkehrsversuch waren insbesondere, dass es sich bei dem Knotenpunkt Berliner Straße/Porzer Straße/Wahner Straße um einen konfliktreichen Kreuzungsbereich und eine Unfallhäufungsstelle handelt. Der Knotenpunkt ist stark belastet, da dort die Nord-Süd- und Ost-West Verkehrsachsen miteinander verknüpft sind und ein Großteil des Durchgangsverkehrs über den Knotenpunkt abgewickelt wird. Dazu kommt die unübersichtliche Kreuzungssituation. Zudem kommt es in den Spitzenstunden zu Rückstau in der Wahner Straße, sodass der Verkehr in die Schulstraße verlagert wird. In der Schulstraße ist der Begegnungsverkehr aufgrund von ruhendem Verkehr jedoch ebenfalls nur eingeschränkt möglich.
Durch das Einbahnstraßensystem soll der Durchgangsverkehr am Knotenpunkt Berliner Straße/Porzer Straße/Wahner Straße verringert und so der Knotenpunkt entlastet und übersichtlicher werden. Die eingeschränkte Sicht aus der Wahner Straße nach links auf die Porzer Straße ist im Einbahnstraßensystem nicht mehr relevant und der Begegnungsverkehr in der Wahner Straße und in der Schulstraße entfällt, wodurch der Verkehr besser fließen kann. Ziel ist eine Verlagerung der Durchgangsverkehre aus dem Gebiet heraus, eine Beruhigung des Verkehrs sowie die Möglichkeit, durch die Einbahnstraßen Flächen für die Gestaltung der Gehwege in ausreichendem Umfang zu erhalten.
Der Versuch wird eng durch Mitarbeiter der Verwaltung und das beteiligte Planungsbüro begleitet. Im Verlauf des Verkehrsversuchs werden Verkehrszählungen durchgeführt, um die Wirkung des Versuchs im Vergleich zu im Vorfeld erhobenen Daten objektiv evaluieren zu können.
Beobachtungen und Eingaben aus Bürgerschaft und Politik, die die Verwaltung über die offiziellen Kanäle erreichen, werden gesammelt, dokumentiert, geprüft und fließen in die Auswertung des Versuchs mit ein. In den ersten Tagen nach Einrichtung des Versuchs hat die Verwaltung bzgl. der neuen Verkehrsführung sowohl kritische als auch positive Rückmeldungen erhalten und es haben Gespräche mit Gewerbetreibenden stattgefunden. Natürlich wird auch das Unfallgeschehen beobachtet und analysiert.
Einem Anpassungsbedarf, der sich in den ersten Tagen der Erprobung z.B. bei der Eindeutigkeit der Beschilderung gezeigt hat, wurden bereits entsprochen und entsprechend nachjustiert. Ergebnis dessen war z. B., dass die Einbahnstraßenregelung in der Marie-Curie-Straße umgekehrt wurde. Durch die Änderung dieser Verkehrsführung konnte die Verkehrssicherheit im Knotenpunkt Porzer Straße/Markusstraße/Schulstraße nochmals gesteigert werden.
Erfahrungsgemäß erfordert es einige Zeit, bis sich verkehrliche Änderungen in den Routinen der Verkehrsteilnehmenden etabliert haben, bis sich Wege neugeordnet und Unsicherheiten abgebaut haben.
Der Verkehrsversuch soll dazu beitragen, die bestehenden Probleme sachlich, datenbasiert und mit Augenmaß anzugehen. Ziel bleibt eine spürbare Verbesserung der Verkehrssituation, für alle Beteiligten.
Ihre Vorschläge und Ideen können Sie uns weiterhin über die bekannte E-Mail-Adresse (verkehrsversuch-ranzel@niederkassel.de) zukommen lassen.
Wir bedanken uns für Ihre konstruktive Kritik, Ihre Vorschläge und Hinweise und bitten um Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis während dieser wichtigen Phase der Verkehrsoptimierung.