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Lülsdorf

Luftaufnahme Lülsdorf
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Der Rheinort Lülsdorf liegt im Nordwesten des Stadtgebietes und zwar unmittelbar am Steilufer des Rheins. Das Gebiet Lülsdorf bildet eine Inselterresse, die früher von einem Rheinarm umflossen war. Diese Mulde ist heute noch sichtbar.
Im Jahre 1890 wurde durch das Hochwasser des Rheins diese Lage noch einmal sehr deutlich.

Landschaft in Lülsdorf
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Lülsdorf: Als "Lullestorp" ist der Ortsname ( evtl. aus dem Personennamen "lulle" oder "lullo" abzuleiten) erstmals erwähnt in einer Urkunde des Kölner Domkapitels aus der Zeit zwischen 1193 und 1197. Das später im Ort aufgegangene Gut Hüsgen ("Husekine" - Häuschen) wird bereits 1128 genannt. Wie die Entdeckung eines Gräberfeldes auf dem Gelände der heutigen Degussa AG belegt, gab es aber schon zur fränkischen Zeit eine Siedlung südöstlich des heutigen Ortskerns von Lülsdorf, dort wo sich bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Gierslinger Hof befunden hat.

Weiterzulesen in:
Niederkasseler Hefte 4 (1994) in dem Beitrag von Heinrich Linn: 800 Jahre Lülsdorf, S. 91-97.
Niederkasseler Hefte 6 (2000) in dem Aufsatz von Josef Schnabel: Fränkisches Gräberfeld auf dem Gelände der Hüls AG Werk Lülsdorf, S. 117-127 (erhältlich im Rathaus Niederkassel, Frau Schreiner - 02208/9466176).


Burg in Lülsdorf
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Burg Lülsdorf in der Burgstraße: Die Burg in Lülsdorf war im 13. und 14. Jahrhundert Sitz der Herren von Lülsdorf, den Vögten über die hiesigen Besitzungen des Kölner Domstifts. Nachdem die Burg 1380 in den Besitz des bergischen Herzogs gelangte, diente sie als Verwaltungssitz des Amtes Lülsdorf. Dieses Amt umfasste zunächst das Lülsdorfer Kirchspiel mit Ranzel und Weiler und bekam um die Mitte des 15. Jahrhunderts die Kirchspiele Bergheim und Mondorf hinzu sowie das Kirchspiel Volberg (Rösrath) aus dem Amt Porz. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurde als eine Art Verwaltungsvereinfachung das Amt Löwenburg mit Lülsdorf unter einen gemeinsamen Amtmann gestellt, der seinen Wohnsitz weiterhin auf der Burg bzw. dem Schloss in Lülsdorf hatte.

In der Zeit zwischen 1583 und dem Ende des 30-jährigen Krieges war das Gebiet der unteren Sieg immer wieder Kriegsschauplatz und außer der Burg wurden auch die Dörfer wiederholt belagert, ausgeplündert und gebrandschatzt. In den Jahren 1642 bis 1645 ließ Peter Melander von Holzapfel das Schloss herrichten und erweitern. Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges 1688-1697 wurden die Schlossbauten weiter verstärkt, aber nur wenige Jahre später, im Spanischen Erbfolgekrieg, haben es durchziehenden Truppen im Oktober 1702 fast vollständig zerstört. Die Reste wurden als Steinbruch genutzt und blieben Ruine bis zur Neuerrichtung der Burg als Wohnburg im Jahre 1949 durch private Besitzer.

Weiterlesen in:
Niederkasseler Hefte 5 (1997) in dem Aufsatz von Karlheinz Ossendorf: Kriegsgreuel und Tapetenschau. Zerstörung und Aufbau - zwei Ereignisse rücken die Burg Lülsdorf ins internationale Blickfeld, S. 85-96 (erhältlich im Rathaus Niederkassel, Frau Schreiner - 02208/9466176).

Außerdem ausführlich zur Geschichte der Burg, des Ortes und des Amtes Lülsdorf: Heinrich Olligs (Hg.) Lülsdorf am Rhein. Burg, Dorf und Landschaft, Köln 1952 (das Buch ist vergriffen, aber im Stadtarchiv Niederkassel einzusehen).


Kirche St. Jakobus in Lülsdorf
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St. Jakobus in Lülsdorf, Rheinstraße: Die katholische Kirche St. Jakobus wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus baulichen und räumlichen Bedürfnissen der Gemeinde anstelle der alten Kirche errichtet,
Kirchturm  St. Jakobus in Lülsdorf
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deren Turm heute noch am ursprünglichen Ort südwestlich der heutigen Pfarrkirche steht. Der Kirchenneubau war 1880 fertiggestellt, infolge des Kulturkampfes und der Tatsache, dass der Kölner Erzbischof des Landes verwiesen worden war, konnte die Kirche jedoch erst 1889 konsekriert werden. Der hochragende neugotische Bau soll mit zwei Millionen vor Ort gebrannten Ziegelsteinen errichtet worden sein. Er mußte nach dem letzten Weltkrieg grundlegend renoviert werden.

Weiterzulesen in:
Jakob Torsy: Die Pfarrei Lülsdorf, in Lülsdorf am Rhein. Burg, Dorf und Landschaft, hg. von Heinrich Olligs, Köln 1952, Spalte 391-474 (das Buch ist vergriffen, aber im Stadtarchiv Niederkassel einzusehen).

Baugeschichte und Baubeschreibung ausführlich bei Jörg Schulze: Kirchenbauten des 19. Jahrhunderts im alten Siegkreis (Arbeitsheft 21 des Landeskonservators Rheinland), Köln 1977, S. 261-272.


Alter Turm in Lülsdorf
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Alter Turm in Lülsdorf, Auf dem Pemel: Von der früheren St. Jakobus Kirche wurden nach dem Neubau 1880 nur Hauptschiff, Chor und Seitenschiff abgerissen, der in Teilen aus dem 11.-12. Jahrhundert stammende "Alte Turm" blieb erhalten. Die als Nebenpatrozinien überlieferten früheren Kirchenpatrone St. Martin und St. Pankratius der Lülsdorfer Pfarrkirche lassen Vorgängerbauten seit dem frühen Mittelalter vermuten. Nach einem Brand in der Silvesternacht 1978 musste der "Alte Turm" umfassend renoviert werden. Er dient heute als Stadtgalerie regelmäßigen Kunstausstellung, die die Stadtverwaltung Niederkassel in Kooperation mit dem Kunstverein für den Rhein-Sieg-Kreis veranstaltet.

Weiterzulesen in:
Niederkasseler Hefte 4 (1994), in dem Beitrag von Georg Schwartmanns: Der Brand im alten Turm in Lülsdorf, S. 66-68 (erhältlich im Rathaus Niederkassel, Frau Schreiner - 02208/9466176).

Vgl. auch Literaturangaben zu "St. Jakobus".


Rochuskapelle in Lülsdorf
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Rochuskapelle in Lülsdorf, Berliner Straße: Die heutige Rochuskapelle blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Errichtet wurde die ursprüngliche Jesu-Kapelle auf der Burgbitze im Jahre 1700 durch den Lülsdorfer Amtsverwalter Wernelli und seine Frau von Clymondt als Besitzer des Burghofes. Zur Instandhaltung dieser, kurze Zeit später dem hl. Rochus umgewidmeten Kapelle wurden die Nachfolger verpflichtet. Erst mit dem mehrfachen Besitzwechsel ab Beginn des 19. Jahrhunderts geriet die Kapelle zunehmend in Verwahrlosung, trotz einer Renovierung im Jahre 1852. Die Pfarrgemeinde Lülsdorf erwarb sie 1914 und richtete sie wieder her. In den 20er Jahren wurde sie zu einer Kriegergedächtnisstätte ausgebaut. Diese Anbauten sind inzwischen wieder beseitigt worden, ebenso wie zwei alte flankierende Bäume, deren herabfallendes morsches Astwerk das Dach der Kapelle schädigte. Nach mehrfachen Anhebungen der Berliner Straße war die Kapelle erheblich unter das Straßenniveau "gesunken". Nachdem sich die Lülsdorfer Bevölkerung für eine Änderung dieses Zustandes eingesetzt hatte wurde die Kapelle in einer Aufsehen erregenden Aktion mit Hilfe von Luftkissen 1978 auf das Niveau der Straße - insgesamt um 70 cm - angehoben. Nach weiteren Renovierungsarbeiten mit neuem Innenanstrich und Fußbodenbelag, Bleiverglasung eines Fensters und neuer Ausstattung des Innenraums - einer großzügigen Initiative der Besitzer der Lülsdorfer Burg - konnte sie im August 1984 feierlich wiedereröffnet werden.

Weitere Abbildungen in "Lülsdorf-Ranzel-Weilerhöfe in Bildern von früher und heute", hg. vom Bürgerverein für Lülsdorf und Ranzel e.V. Lülsdorf 1995, S. 26-27.


Uraltschule in Lülsdorf
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Uraltschule in Lülsdorf, Auf dem Pemel: Gegenüber dem Alten Turm befindet sich die sogenannte "Uraltschule" Lülsdorfs. Hier wurde 1828, vermutlich an die Stelle einer älteren Fachwerkschule, ein Schulgebäude aus Stein errichtet, das über zwei Klassenräume im Erdgeschoss und eine Lehrerdienstwohnung im Dachgeschoss verfügte. Es diente bis zum Bau einer größeren Schule zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Rheinstraße als Schulhaus und danach bis in die 80er Jahre als Wohnhaus. Nach grundlegender Sanierung in den Jahren 1999 und 2000 ist das Haus inzwischen für die öffentlichen Nutzung zugänglich und beherbergt seit Mai 2003 die Bücherei Lülsdorf.

Weiterzulesen in:
Niederkasseler Hefte 6 (2000), in dem Aufsatz von Josef Schnabel: Uraltschule Lülsdorf. Dokumentation, S. 14-18 (erhältlich im Rathaus Niederkassel, Frau Schreiner - 02208/9466176).


Degussa AG in Lülsdorf
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Evonik Industries in Lülsdorf, Feldmühlestraße: Das Werk Lülsdorf der Evonik Industries geht zurück auf eine Gründung der Deutschen Wildermann Werke Chemische Fabriken GmbH mit Sitz in Mülheim a.d. Ruhr. Seit 1912 erzeugten die Wildermann Werke in Lülsdorf Kalilauge und Chlor. 1913 wurde in Ranzel eine Wohnkolonie für die Werksangehörigen gebaut. Das Werk wurde 1921 der Koholyt AG von Hugo Stinnes angegliedert und weiter ausgebaut mit einer Pottasche-Anlage, einer Anlage für Bohnerwachs und der Korund-Produktion. 1930 übernahm die Feldmühle, Papier- und Zellstoffe Werke AG, Stettin, die Lülsdorfer Niederlassung. Nach Betriebsstilllegung Anfang 1945 durch Zerstörungen konnte die Produktion im Juli 1945 wieder aufgenommen werden. Das Werk Lülsdorf wurde in den folgenden fünf Jahrzehnten mehrfach übernommen und umorganisiert: 1962 von der Dynamid Nobel AG Troisdorf übernommen; 1988 umbenannt in Hüls Troisdorf AG nach Übernahme der Kunststoff- und Chemieaktivitäten der Dynamis Nobel AG durch die Hüls AG, Marl; 1989 integriert in die Hüls AG, 1993 wurde dem Werk Lülsdorf das Werk Troisdorf eingegliedert, 1998 nach Umorganisation der Hüls AG wurde Lülsdorf in die neue Creanova GmbH übernommen, 1999 in die neu zusammengeführte Degussa-Hüls AG. Die Degussa-Hüls AG und die SKW Trostberg sind 2001 zur neuen Degussa AG verschmolzen. Das Lülsdorfer Werk produziert inzwischen eine breite Palette aus dem Bereich der Feinchemie, außerdem Alkoholate und Dimethylterephthalat, einen Rohstoff für Polyesterprodukte. Der letzt genannte Bereich wurden 2001 in die neu gegründete Oxxynova GmbH ausgegliedert.

Weitere Abbildungen in "Lülsdorf-Ranzel-Weilerhöfe in Bildern von früher und heute", hg. vom Bürgerverein für Bürgerverein für Lülsdorf und Ranzel e.V. Lülsdorf 1995, S. 118-125.


Schulzentrum Nord in der Kopernikusstraße in Lülsdorf
Pausenhof
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Schulzentrum Nord in Lülsdorf, Kopernikusstraße: In den Jahren 1966 bis 1971 wurde auf dem Grundstück an der heutigen Kopernikusstraße zunächst die Hauptschule Lülsdorf in drei Bauabschnitten errichtet. Ursprünglich war sie als evangelische Schule geplant und genutzt worden.
Schulzentrum Nord in der Kopernikusstraße
Neubau
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In den Jahren 1975 bis 1981 folgte der Bau des 1973 gegründeten Gymnasiums. Der Schulkomplex des "Schulzentrum Nord" wurde durch den Bau einer Dreifach-Turnhalle 1976-1980 ergänzt. Nach der Schließung der Hauptschule Rheidt 1992 erwies
Schulzentrum Nord in der Kopernikusstraße in Lülsdorf
Rundaula
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sich das Schulzentrum in Lülsdorf als zu klein für die zusätzlichen Schüler und machte einen 1996 eingeweihten Erweiterungsbau notwendig. Das Schulzentrum verfügt heute über eine dreizügige Hauptschule und ein fünfzügiges Gymnasium mit einem Bibliothekstrakt und modernen Fach-, Labor- und Werksräumen sowie über eine Großsporthalle mit Sportplätzen.

Weiterzulesen in:
Niederkasseler Hefte 6 (2000) in dem Beitrag von Karl Joseph Arnold: Die Gründung des Niederkasseler Gymnasiums und ihre Vorgeschichte, S. 19-26 (erhältlich im Rathaus Niederkassel, Frau Schreiner - 02208/9466176)..


Hallenbad Helmut-Loos-Bad in Lülsdorf
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Hallenbad in Lülsdorf, Berliner Straße: Das 1969 errichtete Helmut-Loos-Bad Lülsdorf wurde in den Jahren 2000 und 2001 renoviert, umgestaltet und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Außer einem neuen Eingangs- und Personalbereich gibt es nun eine behindertengerechte Umkleidezone, Solarienräume, Wintergärten mit Eltern-Kind-Bereich, Kinderplanschbecken und Spielraum mit Rutsche, zahlreichen Spielgeräten, Wickeltisch und einen Ruheraum. Das Schwimmbecken misst 25 x 10 Meter und ist mit einen 1-Meter-Sprungbrett und einer 2,80-Meter-Sprunganlage ausgestattet, außerdem mit einer Unterwasserbeleuchtung. Neben einer Schwall- bzw. Nackenbrause steht eine Massagedüsenanlage zur Verfügung. Die Hallendecke wurde mit Segelbespannung und Schiffsscheinwerfern neu gestaltet.


Weitere Sehenswürdigkeiten u.ä.:
Evangelisches Gemeindezentrum
Ludwigsplatz
Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde Niederkassel e.V.
Rheinufer (vom Bürgerverein unterhalten) und Fähre

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